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* sonnenfinsternis in der popkultur, prolog …
Posted on Juli 14th, 2009 by renault. Filed under BLOG:, pop.kultur?.
ich weiss den namen des zeichners der augen nicht mehr, ein netter typ, mitarbeiter bei centrumfilms in diesen chaotischen drei wochen im spätsommer 1999.
es war mein erster sommer in berlin, und ich war drei wochen lang in einem hinterzimmer in dieser seltsamen firma in der hannoverschen strasse in mitte, deren büro komplett aus gartenmöbeln bestand, dazu verdonnert, fast 30 beiträge für “MTV - Live aus Berlin” zu schneiden, gedreht von einem jungen team ohne jegliche fernseh- oder agenturerfahrung in weniger als drei wochen - eine von michaels ansätzen, “anderes” fernsehen zu machen. und ich der einzige ausser michael mit fernseherfahrung … let’s do it.com …
MTV hatte ihm den auftrag erteilt, eine woche ihres täglichen, vom damals noch existierenden hauptstadtstudio in der hardenbergstrasse aus produzierten magazins als verantwortlicher regisseur zu leiten. es war der letzte versuch, das format zu retten, und von anfang an war klar, dass alle bisherigen mitarbeiter gehen müssen, sollten wir erfolgreich sein. ich erinnere mich noch, als ich ihn ins MTV office begleitet habe - er ist mit der handycam durch die büros spaziert und hat den uns teilweise unverhohlenen entgegenschlagenden hass gefilmt.
um es vorwegzunehmen: MTV war nicht happy über unsere roughen, szenenahen beiträge über tattoos, pitbulls im görli oder den völlig verpeilten, mit handkamera gefilmten cookies (ja genau der) - wir passten nicht ins 15 - 17 uhr programm mit einspielern über 16-jährige mädchen auf dem klo zwischen der in london produzierten mainstream-playlist… es gab übrigens auch danach keine tägliche live-sendung von MTV aus berlin mehr… egal:
den sonnenfinsternis-clip habe ich damals so zwischendurch gemacht - es war gerade thema überall, parties am balaton etc., ich hatte plötzlich die idee und sie an einem nachmittag umgesetzt - flash-animation, text drübergesprochen, “black hole sun” von soundgarden und fünf sekunden komplett schwarzer bildschirm, cool. keine grosse kunst, eher ein animierter schenkelklopfer … und noch ein einspieler fertig …

vorgestern habe ich diese abmahnung von youtube wegen urheberrechtsverletzung bekommen. wegen diesem clip von 1999.
mein youtube-account ist so etwas wie ein öffentliches archiv von videos, an denen ich mitgewirkt habe, und der clip stand dort seit 2008. natürlich weiss ich, dass ich damals höchst unseriöse verträge unterschrieben habe, durch die ich sämtliche rechte abgetreten habe, das ist schliesslich standard bei film und fernsehen … aber ich frage mich, wessen recht ich verletzte, wenn ich einen zweiminütigen tv-beitrag, den ich KOMPLETT ERDACHT UND REALISIERT habe (ok, bis auf die zeichnung der augen) und der nur einmal im spätsommer 1999 über den äther geflimmert ist und definitiv nie wieder ausgestrahlt wird, bei youtube herauflade … ?
und vorhin streite ich mich auch noch mit flo über piratenpartei, gema und den ganzen urheberrechtskomplex so sehr, dass mir schwindlig wird und ich das lokal verlassen muss … mehr zum thema copyright in digitalen zeiten demnächst.
word.